Die liberale Stimme an der Fils

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Haushaltsrede der FDP-Kreistagsgruppe in der 2. Lesung des Haushaltplans 2025 in der Kreistagssitzung am 8. November 2024

Sehr geehrter Herr Landrat,

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,



der Landkreis Göppingen befindet sich wie so viele Landkreise in Baden-Württemberg

in einer katastrophalen finanziellen Situation. Uns liegt ein Haushaltsentwurf für das

Jahr 2025 vor, dem ursprünglich ein historisches Defizit in Höhe von knapp 58 Mio.

Euro zugrunde lag.



Die finanzielle Situation des Landkreises ist auf der einen Seite geprägt von erheblich

steigenden Ausgaben aufgrund der Übertragung immer neuer Pflichtaufgaben, die von

uns geschultert werden müssen, für die uns Bund und Land aber keine ausreichende

Finanzierung zur Verfügung stellen. Auf der anderen Seite stehen sinkende

Einnahmen, die insbesondere durch die schlechte wirtschaftliche Lage bedingt sind.

Vor allem sind die Sozialausgaben in den letzten Jahren schneller gewachsen als die

Wirtschaftskraft. Sie machen den größten Posten im Kreishaushalt aus.

Auch die Freiwilligkeitsleistungen des Landkreises schießen weiter in die Höhe und

sind im Haushaltsentwurf mit rund 30 Mio. Euro veranschlagt und damit um fast 6,0

Mio. Euro höher als im Jahr zuvor. Hinzu kommen die um 6,2 Mio. Euro auf knapp 75,0

Mio. Euro erneut stark gestiegenen Personalkosten bei gleichzeitigem

Personalmangel aufgrund der Vielzahl an Aufgaben.



Die fetten Jahre sind damit endgültig vorbei und wir stehen vor der Aufgabe, massivste

Einsparungen und Konsolidierungsmaßnahmen zu beschließen, um überhaupt einen

rechtmäßigen Haushalt hinzubekommen. Alle bestehenden Freiwilligkeitsleistungen

müssen deshalb hinsichtlich Effizienz und Notwendigkeit auf den Prüfstand gestellt

werden! Auch wenn es einige nicht mehr hören möchten! Wir können nur ausgeben

und verteilen, was vorher auch erwirtschaftet wurde. Ohne eine funktionierende

Wirtschaft kann es letztlich auch keinen ausgiebigen Sozialstaat geben!

Die Landkreisverwaltung hat in ihrem vorgelegten Haushaltsentwurf bereits viele

richtige Einsparmaßnahmen aus fast allen Bereichen mit einem Volumen von über 30

Mio. Euro vorgesehen, um diesem Defizit entgegenzuwirken. Wir als FDP unterstützen

diese Maßnahmen ausdrücklich! Wir halten das für den richtigen Weg. Es ist in der

jetzigen Situation richtig und wichtig, alle Möglichkeiten zur Einsparung in Betracht zu

ziehen. Diese müssen sodann in den nächsten Wochen im Einzelnen diskutiert

werden.

Die größte Haushaltslücke ist durch das erwartete Klinikdefizit in Höhe von 22,7 Mio.

Euro bedingt, das weitgehend der Bund zu verschulden hat und auf das ich gleich noch

zu sprechen komme. Dieses Defizit soll nach dem Vorschlag der Kreisverwaltung

durch die Anhebung der Kreisumlage um bis zu 5,1 % ausgeglichen werden. Dass die

Kreisumlage erstmals seit zehn Jahren und dann auch direkt erheblich steigen muss,

ist auch aus Sicht der FDP aufgrund der dramatischen Finanzlage unabwendbar.

Dennoch müssen in den kommenden Wochen die von der Verwaltung

vorgeschlagenen Sparmaßnahmen durch den Kreistag beschlossen werden, um die

Erhöhung der Kreisumlage und die Belastungen der ohnehin schon schwer

gebeutelten Gemeinden so gering wie möglich zu halten.

Trotz allem weist der vorgelegte Haushaltsentwurf im Ergebnis immer noch ein Defizit

in Höhe von 7,45 Mio. Euro auf, das aus der Ergebnisrücklage des Kreises und den

Einsparungen aus dem verspäteten Umzug in die neue Klinik gedeckt werden sollen.

Letzteres führt lediglich dazu, dass die Umzugskosten in Höhe von rund 4,6 Mio. Euro

erst 2025 zu Buche schlagen werden. Es ist damit auch klar, dass die

Ergebnisrücklage in naher Zukunft vollständig aufgebraucht sein wird und wir in den

kommenden Jahren Probleme haben werden, genehmigungsfähige Haushalte

hinzubekommen.



Zudem ist der Haushaltentwurf mit massiven Risiken behaftet. Sollten sich diese

Risiken verwirklichen, droht uns sogar eine Haushaltsperre, was der Supergau wäre!

Es wurden haushalterisch zur Senkung des Defizits notgedrungen Gelder

berücksichtigt, die wir faktisch noch gar nicht haben und teilweise vielleicht auch gar

nicht bekommen werden, weil uns Bund und Land Pflichtaufgaben übertragen, ohne

aber ihren Zahlungs- und Erstattungspflichten vollständig bzw. zeitnah

nachzukommen.



Dies betrifft insbesondere die erwarteten Erstattungen für die durch das

Bundesteilhabegesetz bedingten Mehraufwendungen sowie die Erstattungen der

Kosten im Asyl- und Flüchtlingsbereich. Auf die abschließende Spitzabrechnung für

die Unterbringung von Geflüchteten für das aktuelle Jahr werden wir wohl fast bis ins

Jahr 2030 warten müssen. Für die Unterbringung ukrainischer Geflüchteter werden wir

aufgrund des Rechtskreiswechsels in das SGB II sogar nur einen Teil der Kosten

erstattet bekommen, sodass wir im Ergebnis voraussichtlich auf etwa 2,0 Millionen

Euro sitzen bleiben werden. Es kann nicht sein, dass Bund und Land uns pausenlos

Pflichtaufgaben übertragen und uns gleichzeitig am langen Arm verhungern lassen!

Antrag Nr. 1 – Kosten der Unterbringung Geflüchteter:

Aufgrund der zu späten und teilweise überhaupt nicht erfolgenden Erstattung

der Kosten des Landkreises für die Unterbringung Geflüchteter, beantragen wir

die Überprüfung aller Unterbringungskosten durch die Landkreisverwaltung mit

Blick auf mögliche Einsparpotentiale, insbesondere hinsichtlich der teils

erheblichen Mietkosten für die Unterkünfte sowie den Sicherheitsdienst und

fordern einen entsprechenden Bericht hierzu in einer der nächsten Sitzungen

des Sozialausschusses.



Wirtschaftslage im Kreis

Die finanzielle Situation des Landkreises ist letztlich das Spiegelbild der

wirtschaftlichen Lage unserer Unternehmen im Kreis, die weiterhin sehr schlecht ist.

Nach der aktuellen Herbst-Konjunkturumfrage der IHK Region Stuttgart, die

vergangene Woche veröffentlicht wurde, ist eine Erholung der Wirtschaft im Kreis

Göppingen nicht in Sicht. Die fehlende Nachfrage aus dem In- und Ausland sowie die

hohen Arbeits- und Energiekosten setzen den Unternehmen weiterhin zu. Die

Geschäftserwartungen für die Wirtschaft verschlechtern sich zudem nochmal deutlich.

Lediglich 27 % der Unternehmen im Kreis geben an, dass die eigene wirtschaftliche

Lage gut sei. Jedes dritte Unternehmen erwartet zukünftig sogar schlechtere

Geschäfte. Dies gilt insbesondere für das produzierende Gewerbe. Die Industrie im

Kreis leidet unter einem starken Einbruch der Auftragseingänge, was natürlich vor

allem mit der allgemein schlechten Lage der Automobilindustrie zusammenhängt, an

der viele Unternehmen im Kreis hängen. Mit der Wahl von Trump in den USA ist zudem

mit neuen Zöllen und damit weiteren Exportschwierigkeiten zu rechnen.

Aber auch der Arbeitsmarkt im Kreis ist weiterhin angespannt, wie die Agentur für

Arbeit erst in der vergangenen Woche verkündete. Die Arbeitslosenzahlen bewegen

sich knapp 12% über den Zahlen aus dem gleichen Zeitraum im vergangenen Jahr.

Und sogar die Zahl der offenen Stellen geht deutlich zurück.

Dementsprechend negativ werden auch die Steuerkraftsummen der Gemeinden für

das kommende Jahr sein, an der sich die wirtschaftliche und finanzielle Stärke unseres

Kreises bemessen lässt. Es wird ein Rückgang der Steuerkraftsumme für den Kreis

von 2,24 % erwartet. Der Landkreis befindet sich damit auf Platz 38 der 44 Stadt- und

Landkreise im Land! Der mit 4,8% steigende Landesdurchschnitt der

Steuerkraftsummen zeigt jedoch, dass es auch anders geht. Während etwa in Stuttgart

mit einem Zuwachs von ca. 5,7 % Einnahmen generiert werden, führt der Rückgang

der Steuerkraftsummen in unseren Gemeinden letztlich zu einem sinkenden

Kreisumlageaufkommen, das sich mit einem Minus von 3,33 Mio. Euro im

Haushaltsentwurf niederschlägt. Das zeigt deutlich, dass der Landkreis strukturell nicht

in der Lage ist, einer schwächelnden gesamtwirtschaftlichen Lage standzuhalten.

Es braucht daher dringend wirtschaftspolitische Wachstumsimpulse. Dabei dürfen wir

nicht nur mit dem Finger nach Berlin zeigen, sondern müssen uns auch an die eigene

Nase fassen! Bürokratieabbau und ein unternehmerfreundliches Verhalten aller Träger

öffentlicher Belange im Kreis und auch unserer Kommunalpolitik können einen

wichtigen Beitrag zu einer besseren Wirtschaftsentwicklung leisten. Die Gängelung der

Unternehmen mit unnötigen Vorgaben muss bereits auf unterster Ebene gestoppt

werden. Es kann nicht sein, dass junge Unternehmen an bürokratischen Hürden

scheitern und etablierte Betriebe überlegen ihren Standort zu ändern, weil ihnen die

Perspektiven fehlen. Es ist für junge Unternehmen immer schwieriger, ausreichend

Eigenkapital zu bilden. Wir brauchen ein Umfeld, das für Unternehmen attraktiv ist. Ein

Umfeld, in dem Innovationen gefördert werden, Start-ups Unterstützung finden und

etablierte Firmen wachsen können. Wir beantragen daher die Erstellung eines neuen

Konzepts zur Wirtschaftsförderung.



Antrag Nr. 2 – Neues Konzept der Wirtschaftsförderung:

Nach der Neubesetzung der Stelle der Wirtschaftsförderung wird die

Landkreisverwaltung schnellstmöglich ein Konzept vorlegen, wie die Attraktivität

des Wirtschaftsstandorts Göppingen nachhaltig verbessert werden kann, die

Ansiedlung und Gründung neuer Unternehmen gefördert und bestehende

Unternehmen vor dem Hintergrund der aktuellen Wirtschaftskrise bestmöglich

unterstützt werden können. Es wird zudem geprüft, inwieweit eine engere

Kooperation mit der Wirtschaftsförderung der Städte Göppingen und Geislingen

möglich ist, um Synergien zu nutzen und insgesamt effizienter im Sinne der

Unternehmen im gesamten Kreis zu agieren.

Gleichzeitig muss man der Bevölkerung aber auch verdeutlichen, was es zur Folge

hat, wenn man sich ständig gegen neue Gewerbegebiete stellt. In den letzten Jahren

wurden Gewerbegebiete verhindert, in denen sich zum Teil fortschrittlichste und

innovativste Unternehmen niederlassen wollten, die u.a. auch der Mobilitätswende und

der Bekämpfung des Klimawandels gedient hätten. Attraktive Arbeitsplätze vor Ort, die

zu einer Entlastung des Verkehrs geführt hätten sowie zu steigenden

Gewerbesteuereinnahmen der Gemeinden und insgesamt zur Sicherung des

Wohlstandes in unserem Kreis. Man kann sich dem entgegenstellen, muss dann aber

auch mit den Folgen klarkommen, die wir jetzt erleben.



Klinikdefizit / Klinikabriss

Am gravierendsten wirkt sich natürlich das Klinikdefizit in Höhe von 22,7 Mio. Euro auf

den Haushalt aus. Wie fast alle Landkreise, die Träger eines Krankenhauses sind,

leidet auch das Alb Fils Klinikum insbesondere unter der mangelnden

Betriebskostenfinanzierung, für die alleine der Bund zuständig ist. Wir sind hier voll

und ganz von unserem Bundesgesundheitsminister abhängig. Es gibt aber auch

Kreise, die es mit weitaus höheren Defiziten noch schlimmer getroffen hat, wie etwa

den Ostalbkreis mit einem Defizit von rund 60 Mio. Euro.

Das Alb Fils Klinikum hält glücklicherweise bereits moderne Krankenhausstrukturen

vor und hat seine Hausaufgaben gemacht. Mit dem Einzug in den Neubau wird die

jetzt schon in großen Teilen exzellente medizinische Versorgung auch in einem

modernen und technisch hochwertigen Gebäude erbracht werden können.

Wenn es daher hier im Kreistag Stimmen gibt, die den Fehler für das Defizit der Klinik

bei der Geschäftsführung oder dem Aufsichtsrat suchen, dann kann man nur den Kopf

schütteln. Das Alb Fils Klinikum erbringt jährlich rund 30.000 Behandlungsfälle. Jeder

dieser Fälle wird mit einer Fallpauschale abgerechnet, mit der die tatsächlichen Lohn-

und Sachkosten der Klinik jedoch nicht ausreichend vergütet werden. Einfach gesagt

bedeutet das, dass das Alb Fils Klinikum in jedem einzelnen der fast 30.000 Fälle

gezwungen ist, unwirtschaftlich zu arbeiten. Der Bundesgesundheitsminister weiß das

und unternimmt trotzdem nichts dagegen. Auch mit der geplanten

Krankenhausvergütungsreform wird sich Stand jetzt im Ergebnis nichts daran ändern.

Wir können und dürfen nicht hinnehmen, dass Krankenhäuser gezwungen werden, in

den Defizitbetrieb zu gehen, weil der Bund seinen Finanzierungspflichten nicht

nachkommt. Wir unterstützen daher ausdrücklich die Resolution zur

Krankenhausreform, die heute ebenfalls noch auf der Tagesordnung steht.

Trotz der insgesamt schlechten finanziellen Lage und dem Klinikdefizit, darf es mit

Blick auf die Diskussionen um den Klinikabriss keinen falschen Aktionismus geben.

Die Forderung, den Beschluss zum Abriss der alten Klinik am Eichert zugunsten eines

waghalsigen Projekts eines Investors in Frage zu stellen, können wir als FDP nicht

nachvollziehen. Es ist für uns unverständlich, weshalb man ein solches Risiko

eingehen möchte. Es liegt in unserer Verantwortung als Kreisräte, alles zu verhindern,

was dem Betrieb und dem Ruf der neuen Klinik, die uns mittlerweile eine halbe

Milliarde Euro kosten wird, schaden könnte.

Sicher muss man in der jetzigen finanziellen Situation auch berücksichtigen, was uns

der Abriss der alten Klinik kosten wird. Hierbei sollte man sich aber an Fakten halten

und nicht an irgendwelche wilden Berechnungen von Investoren oder

Falschbehauptungen der AfD. Man muss auf der anderen Seite aber natürlich auch

berücksichtigen, was uns an Kosten – z.B. Entsorgungskosten – entstehen, die

gegengerechnet werden müssen, wenn wir die Klinik stehen lassen.

Wir können letztlich die Argumente beider Seiten dennoch grundsätzlich verstehen.

Für uns als FDP ist aber eine erneute Entscheidung über den Fortbestand des alten

Klinikgebäudes erst möglich, wenn wir wissen, ob die Stadt und der Gemeinderat

Göppingen den Bebauungsplan überhaupt dahingehend ändern wird, dass das alte

Klinikgebäude nachgenutzt werden kann. Zudem muss eine Positionierung der Stadt

erfolgen, welche Nutzungsänderung für das Gebäude zulässig sein soll. Es bringt

relativ wenig, wenn wir uns im Kreistag zum sechsten Mal mit dem Abriss oder

Nichtabriss beschäftigen, wenn die Perspektive völlig unklar ist. Es zudem gibt viele

denkbare Möglichkeiten, von Wohnbebauung über Bürogebäude, hin zu einem

Verwaltungs- und Sozialzentrum, in dem man bestehende Außenstellen des

Landkreises und soziale Einrichtungen unter einem Dach bündeln könnte. In diesem

Zusammenhang wäre mit Blick auf das städtebauliche Erscheinungsbild auch ein

kostengünstiger Teilabriss eine überlegenswerte Alternative.

Wir als FDP werden den Beschluss über den Abriss aber nicht in Frage stellen, wenn

eine Gefährdung des neuen Alb Fils Klinikums durch eine mögliche Nachnutzung des

Altgebäudes nicht ausgeschlossen werden kann. Und das ist aus unserer Sicht nur

möglich, wenn sich die Stadt Göppingen zuvor positioniert, ansonsten vergeben wir

als Landkreis eine Blankounterschrift. Wir beantragen daher Folgendes:

Antrag Nr. 3 – Entscheidung über die Nachnutzung der Klinik:

Der Landkreis fordert die Stadt und den Gemeinderat Göppingen auf, zeitnah

über die bauplanungsrechtliche und bauordnungsrechtiche Zulässigkeit der

Nachnutzung des Klinikaltbaus am Eichert zu entscheiden. Dies gilt sowohl für

das „Ob“ als auch das „Wie“ der Bebauung, das heißt, ob der Abbruch weiterhin

erfolgen muss und falls nicht, welche Nachnutzungsmöglichkeiten seitens der

Stadt zugelassen werden.



Öffentlicher Personennahverkehr

Auch die Ausgaben für den ÖPNV und die im Haushaltsentwurf geplante

Kostensteigerung in Höhe von rund 2,5 Mio. Euro sind erheblich. Ein gut

funktionierender ÖPNV ist ohne Frage essentiell für die Mobilität vieler Menschen, sei

es auf dem Weg zu Arbeit, zur Schule oder ins Stadtzentrum. Er steigert die

Lebensqualität und leistet zudem noch einen Beitrag für den Klimaschutz. Doch wir

dürfen auch nicht die Augen vor der Realität verschließen. Zu oft sehen wir Busse, die

mit wenigen oder sogar ganz ohne Fahrgäste durch unsere Straßen rollen. Ein Bild,

das uns eines deutlich zeigt: So kann es nicht weitergehen!

Wir brauchen einen attraktiven ÖPNV, der sich nach den Bedürfnissen der Menschen

richtet und nicht umgekehrt. Der ÖPNV kann nur dann zur Mobilitätswende beitragen,

wenn er von den Menschen tatsächlich auch genutzt wird. Wir müssen daher ein

durchdachtes ÖPNV-System mit smarten und flexiblen Angeboten schaffen, z.B. mit

engeren Taktungen auf stark frequentierten Linien, aber auch mit kleineren Bussen,

Abrufangeboten oder durch die Zusammenlegung von Teilstrecken wenig genutzter

Linien sowie mit entsprechend sinnvollen Nacht- und Wochenendverbindungen und

einem insgesamt effizienten Streckennetz.

Leere Busse und ineffiziente Strecken bringen niemandem etwas, sondern kosten uns

alle nur Geld, das wir nicht haben. Stattdessen sollten wir dieses Geld in ein ÖPNV-

System stecken, das den Alltag der Menschen erleichtert und auch wirtschaftlich

sinnvoll ist. Wir sehen hier durchaus Einsparpotentiale, sodass wir uns dann auch

wieder sinnvolle Angebote wie den Radwanderbus leisten könnten, der uns in

abgespeckter Version lediglich 20.000 Euro im Jahr gekostet hätte.



Antrag Nr. 4 – Effizienter Linienbusverkehr:

Wir beantragen eine Aufstellung und soweit notwendig, eine Erhebung der

Fahrgastzahlen für den Linienbusverkehr im Landkreis Göppingen. Dies gilt

insbesondere für die Buslinie 924 von Ebersbach nach Bad Boll und die

Verbindung von Zell u.A. nach Ohmden auf der Linie RT 165 sowie die

Nachtbusverkehre an den Wochenenden. Darauf aufbauend erarbeitet die

Landkreisverwaltung ein neues Konzept, wie die Streckennetze durch flexible

und smarte Angebote effizienter ausgestaltet werden können.



Biogasanlage und Blockheizkraftwerk

Abschließend kommen wir auf eine Forderung zurück, die wir bereits in den

vergangenen Jahren gestellt hatten und stellen erneut folgenden Antrag:



Antrag Nr. 5 – Biogasanlage und Blockheizkraftwerk:

Der Landkreis plant und baut eine Biogasanlage mit Blockheizkraftwerk auf

einem für den Anschluss an die Strom- und Wärmeversorgung geeigneten

Grundstück des Alb Fils Klinikums oder der Bergfeld-Siedlung, die spätestens

bis zum Vertragsende für die derzeitige Biomüllentsorgung in Betrieb

genommen werden kann.



Hierdurch könnte eine zentrale Anlieferung mit kurzen Transportwegen sowie eine

direkte Verwertung des eingesammelten Biowertstoffs durch den Landkreis und somit

die Sicherstellung der Strom- und Wärmeenergielieferung an das Alb Fils Klinikum und

die Bergfeld-Siedlung durch ein kreiseigenes Blockheizkraftwerk erfolgen. Dies würde

zu einer deutlichen Senkung der Abfallgebühren infolge der Reduzierung der

Transport- und Entsorgungskosten sowie einer nachhaltigen Verbesserung des

Umweltschutzes führen.



Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!